Projektplanung ist mehr als Balken schieben
Für viele Projektmanager beschränkt sich das Projektmanagement in der Praxis auf die Erstellung eines Projektplans und die Protokollierung der Istwerte. In der Praxis ist dann häufig die „Balkenplan-Krankheit“ zu beobachten, also das zwanghafte Anpassen von Projektplänen an den aktuellen Ist-Zustand. Abschließend wird dann wortreich im Abschlussbericht begründet warum das Projekt nicht wie geplant gelaufen ist.
Aus meiner Sicht beginnt die Projektplanung bei größeren Projekten nicht mit den Balkenplan, sondern endet damit. Zunächst sollten der Umfang und die Projektziele (und Nicht-Ziele) definiert werden. Einige interessante Anmerkungen zum Thema Project Scope Definition finden Sie beispielsweise im Blog von Stefan Hagen (http://pm-blog.com/2007/03/10/project-scope-definition/).
Je nach Projektart sollten dann Machbarkeitsanalysen und Risikoabschätzungen durchführt werden. Speziell das Thema Risikomanagement, beispielsweise die permanente Betrachtung der Risiken und Definition der Gegenmaßnahmen, werden oft vernachlässigt.
Erst nach der vollständigen Definition des Projektes sollte der Projektstrukturplan mit Aufwandsschätzungen und der Balkenplan erstellt werden. Dabei sollte ein Aspekte während der Planung im Vordergrund stehen: Planen Sie ausreichend Pufferzeiten ein!
Jeder Planung beinhaltet Unsicherheiten - kein Projekt verläuft so, wie es geplant wird. Bereiten Sie sich auf Änderungen vor. Die Puffer verschaffen Ihnen Freiheiten, die Sie nur Nutzen können, wenn Sie sich auf diese ungeplanten Aktivitäten regieren können. Implementieren Sie ein Änderungsmanagement und wenn es nur auf Basis eines Formulars oder einer Tabellenkalkulation ist.
Anmerkung für Projectile-Anwender: Für das Änderungsmanagement steht das Ticketsystem im Modul Produktmanagement und/oder (seit Version 3.1) die Funktion “Projekt-CRs” zur Verfügung.



Am 1. April 2007 um 23:31 Uhr
Aus eigener Erfahrung kann ich beisteuern, dass ein professioneller Projektablauf nur dann gegeben ist, wenn man sich selbst überlegt hat, wie denn ein professionelles Projekt im speziellen Fall eigentlich ablaufen soll. Und dazu gehören auch viele bürokratische Prozesse, die erst die tatsächliche Qualität sichern.
Darüber hinaus: Den Tipp mit den Pufferzeiten kann man gar nicht oft genug einreiben!
Am 1. April 2007 um 23:31 Uhr
Ach übrigens: April, April!