Agiles Projektmanagement
Speziell für Softwareentwicklungs- und Forschungsprojekte wurden deshalb die Prinzipien von „Agilität“ formuliert. Dabei handelt es sich um ein praxisbezogenes Handlungsmodell, das weitgehend auf umfangreiche klassische Vorgehensmodelle verzichtet und kurze Iterationszyklen und eine frühzeitige Einbindung der Auftraggeber einfordert.
Der Hype ist vorbei - Crystal, SCRUM und XP sind geblieben. Wenn der Auftraggeber schon nicht das Ziel genau formuliert, umkreisen wir das Ziel gemeinsam mit den Kunden.
In der Grobplanung werden das Anforderungsmodell, die Systemarchitektur und die Risiken beschrieben. Auf eine detaillierte Feinspezifikation wird während der Grobplanung komplett verzichtet. Die Feinspezifikation entsteht, wie das gesamte Projektergebnis, iterativ. Die weiteren Planungen erfolgen zyklisch (Sprints) und erst im Bezug der aktuell anstehenden Iteration. Jede Iteration sollte zu testbarer Software führen und vom Kunden abgenommen werden (Reflektion am Iterationsende).
Um Projekte agil zu managen, benötigt man einfache, aber strenge Regeln, kurze Iterationen (ein bis vier Wochen), kontinuierliche Planung und Reflexion und tägliche (aber kurze) Meetings. Während des Entwicklungsprozesses hat sich auch Pair-Programming bewährt.
Wenn das Projekt agiles Projektmanagement ermöglicht („Wir testen doch nicht Ihre Software“, „Wir haben doch schon eine Spezifikation“, …), können dadurch die Ergebnisse praxis- und kundengerechter ausfallen und das Risiko für Totalabbrüche minimiert werden. Eine wesentliche Verringerung des Verwaltungsaufwands oder eine spürbare Steigerung der Produktivität wird mit agilen Methoden in der Regel nicht erreicht, da die Einsparungen in der Projektplanung und Spezifikation durch höhere Aufwände für das Änderungs- und Qualitätsmanagement aufgezehrt werden.



Am 5. Januar 2007 um 20:58 Uhr
Hallo,
ich freue mich über einen weiteren Blog zum Thema Projektmanagement. Viele Grüße aus Österreich und alles Gute,
Stefan
Am 5. März 2007 um 20:11 Uhr
Auch ich freue mich über die Aktivität und wünsche noch ganz viel Feedback und viele weitere sinnvolle Kommentare.
Am 30. Mai 2008 um 07:36 Uhr
Da der Mensch bekanntlich ein “Gewohnheitstier” ist, haben es derzeit die neuen, agilen PM-Methoden, gerade in Deutschland, noch eher schwer.
Als Scrum-geschulter Projektmanager erscheint es mir sinnvoll, zwar agiles PM zu betreiben, das Kind aber beim Kunden nicht beim Namen zu nennen. Die regelmäßig einberufenen Sitzungen (Nein, nicht “Scrums” oder “Sprints” nennen!) dürften aufgrund der hohen Ergebnisorientiertheit, frühen ersten Resultate und der frühen, intensiven Einbeziehung des Kunden diesem eher positiv auffallen.
Beste Grüße aus Berlin,
S. Eickelberg